WM 2026: Schweiz will Bosnien die Grenzen aufzeigen
von Manuel Behlert
Schweiz und Bosnien kämpfen um das Weiterkommen
Die Schweizer waren alles andere als einverstanden mit dem Spiel gegen Katar. Vor allem Granit Xhaka zeigte sich nach dem Schlusspfiff gegen den Wüstenstaat verärgert. Der Kapitän machte deutlich, dass die Mannschaft aktuell weit von ihren eigenen Ansprüchen entfernt sei. „Man kann viel reden. Jetzt müssen wir machen“, sagte der frühere Bundesliga-Profi.
Vor allem das Verhalten der Mannschaft auf dem Platz gefiel dem Mittelfeldspieler nicht. Xhaka bemängelte die Disziplin innerhalb des Teams und erklärte, man müsse nicht versuchen, alles alleine zu lösen oder sich in den Mittelpunkt zu stellen.
Namen nannte er nicht. Aber es gab schon erste Tendenzen, dass er unter anderem Embolo gemeint haben könnte. Von solchen atmosphärischen Problemen will man bei Bosnien natürlich profitieren. Das 1:1 gegen Kanada war nicht sehr gut, aber lässt alle Möglichkeiten offen. Und wenn es bei der Schweiz im Kopf losgeht, ist das nicht schlecht für Bosnien.
Beide könnten Dinge anpassen
Die Schweizer waren im ersten Spiel erstaunlich unkreativ. Den einzigen Treffer erzielte Breel Embolo durch einen Elfmeter, der zudem aufgrund einer vorherigen Abseitsstellung noch äußerst fragwürdig war. Fußballerisch war viel Luft nach oben. Überraschend war, dass mit Manzambi, dem Freiburger, der Spieler draußen saß, der am ehesten für eine gute Dynamik auf dem Feld sorgen kann.
Vom 4:1-Testspielsieg über Jordanien mal abgesehen haben die Schweizer im Offensivbereich nicht überzeugt. Manzambi könnte neuen Schwung bringen und das Team mit mehr Energie versorgen. Das wäre wichtig. Ansonsten dürfte es noch gar nicht so viele Anpassungen bei der Schweiz geben.
Und das gilt auch für Bosnien. Edin Dzeko könnte diesmal vielleicht als Edeljoker zum Einsatz kommen. Schaut man sich die Schlagzeilen der bosnischen Presse an, herrscht vor allem eines vor: ungebrochene Euphorie. Auch nach dem Spiel gegen Kanada, das eher durchwachsen war. Es geht hier darum, Kleinigkeiten besser zu machen. Unsere Schweiz - Bosnien Prognose sieht die Schweizer heute etwas stärker und denkt, dass sie siegen werden.
Spielt Bosnien wieder recht defensiv?
Im Spiel gegen Kanada ergriffen die Bosnier nicht die Initiative. Bleibt abzuwarten, ob sich an der Herangehensweise etwas ändert. Holt man ein Remis, reicht ein Sieg gegen Katar ohnehin für das Weiterkommen. An Motivation dürfte es dem vermeintlichen Underdog überdies nicht mangeln, zumal zahlreiche Spieler Verbindungen in die Schweiz haben. Das macht dieses Duell auch ganz besonders.
Jetzt wird Bosnien aber auch anders getestet, weil die Schweizer technisch besser sind als Kanada und auch von der Bank andere Optionen haben. Das muss man auf jeden Fall beachten. Erst ein einziges Länderspiel hat zwischen beiden Nationen bislang stattgefunden, das zudem über zehn Jahre in die Vergangenheit zurückreicht und lediglich ein Freundschaftsspiel in Zürich war. Der direkte Vergleich ist also nichts, was man wirklich zu Rate ziehen sollte.
Beim jetzigen Duell hat die Schweiz die Aufgabe, zu versuchen, sich auf dem maximal höchsten Niveau zu präsentieren. Man muss sich selbst, aber eben auch den Kritikern beweisen, dass man mehr auf dem Kasten hat als man bisher zeigte.
Die Schweiz ist der Favorit
Wie auch immer das erste Spiel lief: Die Schweiz geht hier als Favorit in das Duell. Die Eidgenossen werden, das zeigen auch die Quoten der Buchmacher, als Sieger erwartet. Gleichwohl haben die Bosnier ausreichend Qualität, um sich den Gegner vom Leib zu halten.
Nachdem zuletzt vermehrt die Ergebnisse ausblieben und selbst gegen Katar im Auftaktspiel der Sieg noch verspielt wurde, wirken die Eidgenossen etwas angezählt, während die Bosnier auf jeden Fall die Motivation auf der eigenen Seite haben. Darauf kann es ankommen und die Euphorie, die auch im Land herrscht, könnte rüberschwappen nach Nordamerika. Es wird kein leichtes Spiel für beide, das steht auf jeden Fall fest. Für beide geht es um Sieg Nummer eins.