Finale der Australian Open: Alcaraz und Djokovic im Duell der Generationen

von Lars Blancke

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Traumfinale in Melbourne: An diesem Sonntag kommt es im Finale der Männer zum Showdown zwischen dem aktuell besten Tennisspieler der Welt und dem erfolgreichsten der letzten Jahre.

Alcaraz trifft auf Djokovic

Das haben sich die australischen Fans wohl gewünscht: Sowohl die Nummer eins der Welt, Carlos Alcaraz, als auch der Grand-Slam-Rekordsieger Novak Djokovic haben sich durch den ersten Grand Slam des Jahres mal mir mehr und mal mit weniger Mühe durchgespielt und sind ins Finale eingezogen. Damit kommt es zum Duell der Generationen: der junge Spanier Alcaraz, der die Tennis-Welt in den nächsten Jahren voraussichtlich zusammen mit Jannik Sinner dominieren wird, gegen den erfahrenen Djokovic, der sich über ein Jahrzehnt lang mit Roger Federer und Rafael Nadal um die Titel gestritten hat und noch immer in der Lage ist, gegen die jüngere Generation mitzuhalten.

Alcaraz kämpft sich gegen Zverev durch

Der Spanier Carlos Alcaraz hat zunächst seine Gegner mühelos dominiert. Adam Walton in Runde eins, Yannik Hanfmann in der zweiten Runde, Corentin Moutet in Runde drei, Tommy Paul im Achtelfinale und Alex de Minuar im Viertelfinale wurden allesamt ohne Satzverlust nach Hause geschickt. Damit konnte der 22-Jährige Kräfte sparen, die er im Halbfinale auch dringend brauchte. In einem dramatischen Halbfinale, das 5 Stunden und 27 Minuten dauerte, rang Alcaraz den besten deutschen Tennisspieler Alexander Zverev in fünf Sätzen nieder. 4:6, 6:7 (5:7), 7:6 (7:3), 7:6 (7:4), 5:7 hieß es am Ende eines spektakulären Spiels bei großer Hitze, das zum längsten Halbfinale in der Geschichte der Australian Open wurde. Der Weltranglistenerste hatte ab Ende des dritten Satzes mit großen körperlichen Problemen zu kämpfen und sprach danach vom körperlich schwersten Spiel seiner Karriere. Nun muss er beweisen, dass er die Partie am Freitag schnell wieder aus den Beinen und dem Kopf bekommen hat.

Djokovic mit Glück auf dem Weg ins Finale

Bei Novak Djokovic war der Weg bis ins Finale anders. Nach drei glatten 3:0-Siegen gegen Pedro Martínez Portero in Runde eins, gegen Francesco Maestrelli inder zweiten Runde und gegen Botic van de Zandschulp in Runde drei profitierte der Serbe im Achtelfinale von einem Walkover, weil der Tscheche Jakub Mensik nicht antreten konnte. Und es wurde noch glücklicher für den 24-maligen Grand-Slam-Champion. Im Viertelfinale gegen den Italiener Lorenzo Musetti lag Djokovic schon mit 0:2-Sätzen zurück und war auf dem besten Weg in den Flieger nach Hause. Doch dann bekam auch der Italiener körperliche Probleme und musste zu Beginn des dritten Satzes aufgeben. Im Halbfinale dann aber zeigte der Serbe seine ganze Klasse. Gegen die Nummer zwei der Welt, Jannik Sinner, gegen die er vorher als klarer Außenseiter galt, lieferte Djokovic einen grandiosen Fight und gewann überraschend in fünf Sätzen. Dabei wehrte der Serbe insgesamt 16 Breakbälle ab und zeigte vor allem im entscheidenden Durchgang Nerven aus Stahl, als er alleine dort acht Breakbälle abwehrte und Sinner so zur Verzweiflung brachte.

Alcaraz strebt nach erstem Titel

Carlos Alcaraz geht als klarer Favorit in dieses Finale. Die Buchmacher geben ihm eine Quote von 1,35 für einen Sieg. Für den Spanier wäre der Triumph deswegen besonders, weil es der erste bei den Australian Open wäre und er dann jeden der vier Grand Slams mindestens einmal gewonnen hätte. Doch Vorsicht ist geboten: Erstens ist es unklar, wie gut Alcaraz die Strapazen aus dem Halbfinale verkraftet hat. Und zweitens steht auf der anderen Seite Novak Djokovic. Der 38-Jährige hat noch nie ein Finale bei den Australian Open verloren, verfügt über jede Menge Erfahrung und kann über sich hinauswachsen.